Regime-Change in Venezuela

Scheitern die USA in Venezuela?

„Frage-Antwort“ vom 28.01.2019

Moderator: Sie werden gebeten, die Situation in Venezuela zu kommentieren: «Maduro gab bekannt, dass er die diplomatischen Beziehungen mit den USA, für beendet erklärt und dass nach Ablauf von 72 Stunden der gesamten amerikanischen Delegation ihre diplomatische Immunität entzogen wird. Ist das ein Versuch die Initiatoren des venezolanischen Maidans, zeitgleich zu den Internetstörungen, außer Landes zu schaffen? Die USA lehnen währenddessen diese Absage ab. Wie es scheint, hat Maduro die Amerikaner tatsächlich an den “Faberges” gepackt. Hat er damit die Chance Janukowitschs Schicksal zu entgehen?»

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Valeriy Pyakin: Jeder kann Janukowitschs Schicksal entgehen, wenn er die Interessen seines Landes wie seine eigenen vertritt und nicht an das Geld denkt, welches sich auf den Konten der westlichen Banken befindet. Sollte derjenige zuerst an sein Geld in den westlichen Banken denken, wird er das gleiche Schicksal erfahren wie Janukowitsch, Mubarak, Saddam Hussein und Muammar Gaddafi. Solange ein Mensch sich nicht gegen die Landesinteressen stellt und dementsprechend seine Außenpolitik korrekt durchführt, wird alles in Ordnung bleiben.

Im Großen und Ganzen, passiert in Venezuela nichts, was Grund zur Hysterie liefern könnte: «Аh! Alles ist verloren. Russland hat schon wieder verloren. Wieder gewinnen die Vereinigten Staaten». Nichts dergleichen. Es ist nicht mal ansatzweise so, dass man von so etwas reden könnte.

Lasst uns eine beliebige Revolution betrachten, wo eine Einmischung von Außen seitens der Vereinigten Staaten stattfand. Sie hatten das Ziel, die geltende Regierung zu stürzen und eine andere an die Macht zu führen, etwa so, wie es während des „Arabischen Frühlings“ geschah. Womit beginnt das Ganze? Als Erstes distanzieren sich alle diplomatischen Konsulate von der offiziellen Regierung. Hier ist das genau umgekehrt, nur ein Militärattache (José Luis Silva) sprach sich für die selbsternannte Marionette der Vereinigten Staaten aus. Das war´s. Das venezolanische Konsulat in Russland verkündete: «Wir halten uns an die Anweisungen von Maduro». Das venezolanische Konsulat in Japan lies verlauten: «Wir haben unseren Staat und wir haben einen Präsidenten, dabei bleibt es». Das Außenministerium hat es ebenfalls bestätigt: «Wir sind auf der Seite des legitim gewählten Präsidenten. Irgendein selbst ernanntes Staatsoberhaupt hat für uns absolut keine Bedeutung».

Des Weiteren sollten möglichst alle eine umfassende Blockade durchführen. Aber das  klappte nicht einmal unter den lateinamerikanischen Staaten: Uruguay, Bolivien, Mexiko und Kuba unterstützen Maduro.

Dabei muss man eine wichtige Sache beachten. Wer seine Armee kontrolliert, hat in vielerlei Hinsicht stabile Verhältnisse. Der Erfolg Bashar Assads, und die Tatsache, dass er so lange durchhalten konnte, bestand darin, dass ihm seine Armee treu geblieben war, sie blieb an der Seite des Staates. Die venezolanische Armee ist ebenfalls auf der Seite Maduros. Diese Armee wurde in vielerlei Dingen von den Kubanern aufgebaut, dazu kommt auch noch die militär-technologische Zusammenarbeit mit uns.

Gehen wir weiter. Man kann vieles sagen, aber die westlichen Länder folgten schon immer dem politischen Kurs der USA. Aber was passiert nun? Zuerst sagte Tusk: «Die EU muss geschlossen Druck auf Maduro ausüben». Worauf Mogherini entgegnete: «Nein, die EU muss sich für eine friedliche Lösung des Problems einsetzen». Man übte immer weiter Druck aus, bis es zu einem Ultimatum kam: «Ihr habt jetzt acht Tage». Und in acht Tagen «wird entweder der Esel verrecken, oder der Schah sterben», die Umstände, welche es erlauben, auf die Politik Einfluss zu nehmen, werden sich also ändern. Dazu kommt, dass dieses lächerliche Ultimatum sogar der selbsternannte Usurpator bestritten hat, er sagte: «Man braucht ein halbes Jahr, um die Wahlen vorzubereiten. Welche acht Tage? Wovon redet ihr?» Und schon ist es wieder vorbei…

Den Vereinigten Staaten ist es nicht gelungen, Europa zu einer umfassenden Blockade zu zwingen. Es wird keine geben. Dazu kommt, dass China die legitim gewählte Regierung Venezuelas voll unterstützt. Russland unterstützt ebenfalls die legitime Regierung.

In einer der früheren «Frage-Antwort»-Ausgabe, sagte ich, dass beim Amtsantritt von Maduro, der iranische Verteidigungsminister anwesend war. Und das ist wie ein direkter Draht zu deuten. Im Iran kommt es hin und wieder zu Massenunruhen, welche durch die Peripherie der Vereinigten Staaten initiiert werden und von der iranischen Führung erfolgreich unterbunden werden.

Es ist faktisch ein direkter Draht seitens der iranischen Führung. Eine konsultative und technische Unterstützung für Maduro: «Wir teilen all unsere Erfahrung bei der Eindämmung amerikanischer Proteste und stellen dir diese zur Verfügung».

Was muss noch beachtet werden? Ein grundsätzlich wichtiges Moment ist die Ermordung von Demonstranten. Venezuela, ist ein besonderes Land und mit einem Mord kann man dort niemanden so leicht beeindrucken. Es gibt zu viele Tote im Alltag. Es ist ausschlaggebend, dass ausgerechnet Protestler durch Kugelhagel zu Schaden kommen, damit man zeigen kann, dass es die Regierung zu verantworten habe und dass diese den Einsatz automatischer Waffen befohlen habe. Was ist aber stattdessen passiert? Die Terrorgruppe, welche die Erschießung der Manifestanten geplant hatte, wurde beseitigt.

Wir sehen also eine durchaus handlungsfähige Staatsgewalt, welche für die Interessen ihres eigenen Staates arbeitet und ihre Außenpolitik aufrechterhält – also politische Wechselbeziehungen mit anderen Staaten pflegt. Der gesamte Apparat staatlicher Institutionen wird bewahrt. Der Staat hält seine Funktions-, und Lebensfähigkeit aufrecht.  All das funktioniert weiterhin.

Nun gut, das war der Versuch eines Regierungssturzes. Im Jahre 2002 wurde Hugo Chávez sogar verhaftet und in ein Gefängnis befördert. Dennoch wurde er freigelassen. Hier kommen wir zu einem sehr interessanten Moment – das Verhalten der Amerikaner gegenüber ihren Lakaien: wie sie 2002 ihren Schützling abgesägt haben und wie sie jetzt Guaidó ans Messer liefern. Sie benutzen diese wie Verschleißmaterial, als wären sie Klopapier! Aber alle Ami-Lakaien (auch die, bei uns in Russland) können sich ein Leben, ohne einen Herren, der sie wie Toilettenpapier behandelt, nicht vorstellen. Für Tschubais wäre das eine komplette Katastrophe: «Wie ist das möglich – ein freier Mensch zu sein? Wie ist das möglich – ohne einen Herren in Gestalt von Amerikanern zu sein?» Und den Anderen geht es genau so.

Deswegen ist alles in Ordnung in Venezuela, mit einem Korrekturverweis auf die Besonderheit dieses Landes, wo Unruhen eine gewisse Normalität darstellen. Dazu muss man verstehen, dass die Amerikaner sich sehr ins Zeug gelegt haben um diese Maidan-Bedingungen zu schaffen. So hatten sie die Wirtschaft des Landes komplett zerstört.

Solange normale Beziehungen vorherrschen, wird alles gut werden – der Staat bleibt bestehen und wird sich weiter entwickeln. Sollte er Schwäche zeigen, wie Janukowitsch oder Gaddafi – stürzt alles in sich zusammen.

Fonds Konzeptueller Technologien

2 Gedanken zu “Regime-Change in Venezuela

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