Die Zukunft des Westens

Fachkräftemangel überall

„Frage-Antwort“ vom 27.05.2019

Valeriy Pyakin: Eines der Ereignisse, welches ich hervorheben möchte, wurde in den Massenmedien überhaupt nicht als ein Ereignis gewertet und betrifft die Steuerung direkt. Kenntnis darüber haben nur die Spezialisten, zu denen aber auch die Analytiker in den Presseagenturen gehören SOLLTEN – sie sollten wenigstens die Biographien der Leute überprüfen, über die sie berichten. Also, am 24. Mai ist in den Vereinigten Staaten der Nobelpreisträger für Physik, Murray Gell-Mann, gestorben.

Man fragt sich doch, warum dieses Ereignis so bedeutend ist? Die Sache ist die: Gell-Mann wurde im Jahr 1969 Nobelpreisträger. Zu der Zeit war  für die gesamte Welt klar, dass das sozialistische Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell seine Überlegenheit gegenüber dem kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell bewiesen hat. Bis zum Jahr 1970 wurde die Niederlage des Westens einfach für alle offensichtlich. Nur durch größte Anstrengungen seitens der politischen Führung der Sowjetunion wurde verhindert, dass sich das sozialistische Modell als dominierendes Modell in der gesamten Welt etablieren konnte. Die politische Führung der Sowjetunion hat das getan, weil sie selbst die Ideen des Sozialismus als nicht annehmbar erachtete. Darum hatten sie die Sowjetunion, die Stalin und andere Menschen des großen Russlands aufgebaut hatten, heruntergewirtschaftet.

Also, als Gell-Mann seine Rede hielt, sagte er Folgendes: “Wenn ich mich als weitsichtig erwies, so deshalb, weil ich von Pygmäen umgeben war”. Das sind die moralischen Werte seiner professionellen Eigenschaften. Um seine moralische Einstellung zu bewerten, vergleichen Sie diese seine Aussage mit einer anderen, die Isaac Newton zugeschrieben wird: “Wenn ich weiter sehen konnte, als Andere, so deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stand”. Das ist ein prinzipieller Unterschied in der professionellen Tätigkeit und in der Einstellung zu dem sozialen Gesellschaftsaufbau. Mit anderen Worten, hatte Gell-Mann einen faschistischen, Ich-zentrischen Standpunkt: “Alle um mich herum sind Pygmäen und ich bin so toll”.

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Aber ich habe Gell-Mann aus einem anderen Grund erwähnt. Die Sache ist die: 1981 wurde Ronald Reagan zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt – ein Schauspieler, hinter dem sich eine sehr ernstzunehmende Steuerungsstruktur verbarg. Zu dieser Zeit befand sich der Westen immer noch in einer Krise, die sich im Verzicht auf den Goldstandard – die Golddeckung des US-Dollars – äußerte und in die er 1970 geraten war. Aus dieser Krise konnte er nicht so leicht herauskommen. Wir werden von ihm so sprechen, als wäre er ein Präsident, der die Entscheidung selbst getroffen hat, obwohl wir natürlich verstehen, dass er nur eine Marionette war. Als er mal zum Gouverneur gewählt wurde, hat er über sich selbst richtig gesagt: “Ich habe schon so oft in meinem Leben Könige und Präsidenten gespielt. Da werde ich ja wohl auch die Rolle eines Gouverneurs spielen können”. So hatte er einen Gouverneur und sogar zwei mal einen Präsidenten gespielt.

Als er also Präsident wurde, gründete er drei unabhängige Expertengruppen, die die weiteren Perspektiven des Kapitalismus und der Vereinigten Staaten bewerten sollten. Eine der Gruppen führte Gell-Mann an. Alle drei Gruppen lieferten ein sehr pessimistisches Ergebnis: sie haben festgestellt, dass, falls kein Wunder passiert, die ganze westliche Welt etwa um 1987-1988 infolge der Krise KOLLABIEREN wird. Die Krise wird auch die Länder des sozialistischen Lagers betreffen, aber sie werden trotz des Drucks der wirtschaftlichen und sozialen Turbulenzen weiterbestehen. Doch der Westen (die kapitalistische Welt) wird zusammenbrechen, wenn nicht irgendein Wunder geschieht. Und das Wunder geschah: im Jahre 1985 wurde Gorbatschow Präsident der Sowjetunion. Bis 1987 hatte er dem Westen die nötige Stabilität ermöglicht, indem er Ressourcen der Sowjetunion zur Stärkung des Westens umgeleitet und die pro-westliche Werbekampagne weiter betrieben hat. Aber das ist ein umfangreiches Thema, wir wollen uns nicht verzetteln.

Also, Gell-Mann ist gestorben. Im Westen mangelt es UNHEIMLICH an Fachkräften. Im Westen sind sogar Fachkräfte mit vergleichbaren Qualitäten, wie denen von Brzeziński, Mangelware, über den Kissinger auf dessen (Brzezińskis) Geburtstagsfeier sagte, er sei ein Dummkopf: “Ich habe so lange auf diese Gelegenheit gewartet, um dir zu sagen, dass du dumm bist und von nichts eine Ahnung hast!” An Kissinger hängen sich all jene, die gar keine Ahnung von der Steuerung haben, da Kissinger immer die globalen Pläne ankündigte, über die er in Form von Prognosen reden durfte und sie somit ins Leben rief, ob sie sich dann bewahrheiteten, oder nicht. So sind Fachleute im Format von Brzeziński schon selten und Leute mit Qualitäten von Gell-Mann und Kissinger gibt es so gut  wie gar nicht. Kissinger, ist ein fast 100-jähriger Mann (er wird 96) – und mit seinen 96 Jahren führt er ein ganz aktives Leben, bereist die Welt, betreibt globale Politik. Der Westen hat sich selbst geschadet… er hat kein Bildungssystem, das solche Fachkräfte ausbilden könnte, die in der Lage wären, Steuerungsprozesse von globaler Bedeutung zu analysieren. Die alten Spezialisten sterben aus und neue gibt es einfach nicht.

Wie könnte man hier nicht den Vergleich mit der Sowjetunion bzw. mit Russland, ziehen? Das sowjetische Bildungssystem hat die Bedingungen dafür geschaffen, dass bei uns in der Sowjetunion, in Russland die “Konzeption Gesellschaftlicher Sicherheit” entstehen konnte. Anhand der “Konzeption Gesellschaftlicher Sicherheit” bilden wir professionelle Führungskräfte und Analytiker aus, die in der Lage sind, Steuerungsprozesse von globaler Bedeutung zu begleiten und durchzuführen. Doch die Epoche, in der der Westen noch solche gut ausgebildeten Fachkräfte hatte, geht zu Ende.

Ja, der Verrat der sowjetischen “Elite” hat dazu geführt, dass der Zusammenbruch der westlichen Welt sich verzögert, aber dieser KOMMT sowieso, ungeachtet des Verrats. Natürlich trägt auch der heutige Verrat der “ruszionischen Elite”, welche die Ressourcen Russlands in den Westen liefert, dazu bei, dass sich der Zusammenbruch der westlichen Welt verzögert.  Aber auch diese Verzögerung wird nicht ewig anhalten.

Die Globalisten verstehen eine einfache Sache: je länger sie mit der Umformatierung des Westen warten, desto katastrophaler werden die Folgen sein – die ganze Welt kann zusammenbrechen. Und hier stimmen wir gewiss mit den Globalisten überein. Wie es Michail Sergejewitsch Gorbatschow zu sagen pflegte: ihr wollt doch nicht, dass die Zivilisation auf dem Planeten Erde ihr Ende nimmt, da auch eure bionukleinen Hüllen (eure Körper) nicht mehr existieren werden; ihr schafft es einfach nicht, das Wissen, eure moralischen Werte auf Metall, also auf einen Rechner zu übertragen und irgendwohin ins Weltall zu schicken. Deshalb sind sie jetzt gezwungen, mit Russland zu kooperieren. Sie müssen die Vereinigten Staaten und die westliche Welt umformatieren, sonst kann es zum Zusammenbruch der Zivilisation auf der Erde kommen. Sie haben aber keine geeigneten Spezialisten. Diese gibt es nur im Russland.

Gell-Mann – war eine schillernde Figur. Mit ihm haben sie einen weiteren Mann dieses Niveaus verloren. Aber als einen fundamentalen Analytiker haben sie ihn schon viel früher verloren.

Fonds Konzeptueller Technologien

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