Die zweite Konferenz von Jalta

Putin lädt zum Gespräch

„Frage-Antwort“ vom 10.02.2020

Moderator: Guten Tag, sehr geehrte Zuschauer, Zuhörer und Gäste im Studio! Heute ist der 10. Februar 2020!

Moderator: Eine Frage von Swetlana: «Valeriy Viktorovich, wie kann Putin so etwas wie eine “Jalta-2”-Konferenz vorschlagen, wenn der Krieg noch nicht zu Ende ist, und es unklar ist, wer denn am Ende gewinnt oder verliert und wie die Grenzen gezogen werden? Das ist, als würde man “Jalta-1” im Jahre 1940 abhalten».

Valeriy Pyakin: Nein, es sieht ganz anders aus. Es ist klar, dass «Jalta-1» 1945 stattfand und es zu dieser Zeit feststand, wer gewinnt und wer verliert. Genauso ist es jetzt: allen, die sich mit der Steuerung komplexer sozialer Supersysteme auf staatlicher Ebene oder darüber beschäftigen, ist vollkommen klar, worin die Rolle jedes Subjekts besteht. Der Krieg ist zwar noch nicht zu Ende, aber die Konferenz wird durchgeführt.

Die Ankündigung Putins über die Abhaltung einer «Jalta»-Konferenz (womit er zum Ausdruck bringt, dass es ein neues «Jalta» ist) ähnelt dem Vorschlag Stalins 1944, dass man die Jalta-Konferenz abhalten sollte. Die Erklärung wurde mit Bedacht im Voraus gemacht, damit die Idee Zeit zum Reifen hat, damit es klar wird, wer womit zu dieser Konferenz kommt, wer welche Vorschläge einbringen und welche Bündnisse eingehen wird. So oder so müssen alle Teilnehmer eine Reihe von Verhandlungen mit den anderen im Vorfeld dieses Treffens durchführen und die Frage der künftigen Umgestaltung der Welt zu entscheiden (was auch jetzt geschieht).

Es ist doch für alle schon offensichtlich, dass China zu einem Konzentrationszentrum der Steuerung wird ‒ es steht einfach fest. Iran wird in jedem Fall auch ein Konzentrationszentrum der Steuerung. Das ist auch für alle klar, besonders für Israel, denn mittels des Iran wurde geplant, den finalen Holocaust umzusetzen und Israel zu beseitigen (wenn man die ganzen Konferenzen betrachtet, die dort abgehaltet wurden).  Schauen Sie, welche Prozesse in den Vereinigten Staaten angefangen haben. Die Vereinigten Staaten beginnen, sich auf sich selbst zu konzentrieren, sonst droht ihnen der Kollaps und Mad Max wird ihnen als ein heiteres Märchen erscheinen im Vergleich dazu, was in Wirklichkeit passiert. Also alles ist im Prinzip schon offensichtlich.

Die Globalisten sind an dieser Konferenz nicht interessiert, aus einem ganz einfachen Grund: für sie ist auch alles offensichtlich. Aber woran sind sie interessiert? Als einer der ersten hat Macron Putin unterstützt. Warum? Weil für Frankreich die Umgestaltung der Welt nach dem russischen Plan die Rettung seiner kulturellen Eigenständigkeit bedeutet, die Rettung Frankreichs als Staat, Volk und Kultur. Für Deutschland gilt das Gleiche, aber für Europa spricht im allgemeinen jetzt Frankreich. Großbritannien wechselt nach China. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt Verhandlungen über die Umgestaltung der Welt durchzuführen, ist für die Globalisten unannehmbar. Zur Zeit können sie ihren Willen zur Umgestaltung der Welt am allerwenigsten durchsetzen, nach dem vorgesehen ist, dass Westeuropa weggefegt und an dessen Stelle ein europäisches, islamisches Kalifat geschaffen würde. Mit neuen Völkern, neuen Sprachen und neuen Staaten. Eine Konferenz durchzuführen, solange sie noch nicht wirklich daran gehen können, weil Russland noch existiert, ist nicht in ihrem Interesse. Aber sie haben keine Wahl.

Sie haben keine Wahl! Russland formiert sich zum globalen Spieler. Russland ist zurück in der globalen Politik. Egal, in welcher Variante – «UdSSR 2.0» oder als Russland für Jahrhunderte, aber jeder globale Spieler muss sich jetzt irgendwie entscheiden, wie das politische Spiel in der Welt aufgestellt wird, Russlands Stellung und die Beziehungen anderer politischer Spieler zu Russland. Das ist eine Gegebenheit, die es jetzt auf irgendeine Weise zu FORMALISIEREN gilt. Die Versuche Russland aus der globalen Politik auszuschließen… Erinnern Sie sich, wie man Putin in Australien boykottierte? Und wie sieht es heute aus?

Man sollte die gegenwärtige Situation verstehen: wenn die Globalisten Putins Vorschläge ablehnen, hat er völlig freie Hand und formiert die Welt zu Russlands Bedingungen. Das bedeutet, ich wiederhole es, dass Europa, um ihre kulturelle Identität und ihre Staatlichkeit bewahren zu können, ein Subjekt der Russischen Föderation wird: stellen Sie sich das mal vor, ein Subjekt der Russischen Föderation – Frankreich (Republik Frankreich), ein Subjekt der Russischen Föderation – Deutschland, oder Italien. Es bleibt keine andere Variante übrig, wenn die Globalisten sich jetzt darüber nicht einig werden, nach welchen Grundsätzen alles in der Welt aufgebaut werden wird.

Man kann natürlich sich was einbilden und hochnäsig behaupten: «Wir müssen uns mit den Globalisten gar nicht einigen!» Aber das menschliche Blut ist kein Wasser. Das Leid, welches zur Zeit den Menschen widerfährt, widerfährt einfachen Leuten. Wir müssen uns entscheiden: ist die Politik für die Menschen da, oder sind die Menschen für die Politik da? Bei Putin dient die Politik den Menschen und dementsprechend stellt sich die Aufgabe das Ausmaß des Blutvergießens, der katastrophalen Ereignisse, soweit wie möglich zu senken. Er versteht, dass alle Prozesse evolutionär sind und dementsprechend handelt er auch: «Lasst uns diesbezüglich einigen, das Resultat fixieren und entscheiden, wie wir weiter arbeiten werden. Danach können wir ganz normal, im Dialog fortfahren». Schlägt man einen anderen Weg ein und sagt: «Wir wollen uns mit den Globalisten nicht einigen, wir sind selbst ein Steuerungssubjekt und entscheiden überall alles selbstständig»… Aber welche Erschütterungen und Blutvergießen in Europa dann folgen werden, ist nicht auszumalen, denn der Versuch, dort ein islamisches Kalifat zu errichten wird erfolgen und das wird man irgendwie verhindern müssen. Wenn die staatlichen Institutionen Europas keine Hilfe von Außen erhalten werden, wird das Ausmaß des Blutvergießens um einiges höher ausfallen. Erhält Europa diese Unterstützung, wird das Ausmaß des Blutvergießens deutlich geringer ausfallen und man kann sich dem Wiederaufbau widmen…

Aber! Soll der Versuch einer Errichtung des islamischen Kalifats in Europa Erfolg haben oder nicht? Nach unserem Standpunkt, soll der Versuch KEINEN Erfolg haben, denn die zugewanderte Bevölkerung hat kein Recht darauf, ihre Lebensart der einheimischen Bevölkerung aufzuzwingen. Stattdessen muss die einheimische Bevölkerung die Möglichkeit und die Kraft haben, ihr Recht einzufordern, zuhause nach eigenen Regeln und Bräuchen leben zu dürfen. Dementsprechend wird Russland diese Hilfe einem traditionellem Staat auf jedem Fall leisten, denn diejenigen, die gekommen sind um Staaten zum Einsturz zu bringen, gelten faktisch als Banditen, das ist der internationale Terrorismus, gegen den alle kämpfen.

Deshalb hat Putin seinen Vorschlag zu einem idealen Zeitpunkt gemacht. Ich wiederhole, das ist so, wie mit dem Vorschlag der Jalta-Konferenz im Jahr 1944, damit diese schließlich 1945 stattfinden konnte.

Fonds Konzeptueller Technologien


4 Gedanken zu “Die zweite Konferenz von Jalta

  1. Filgertshofer Brigitte

    Valeriy Pyakin, sie sind ein wunderbarer mann, ich bin wirklich sehr von ihnen und ihren absolut einnehmenden analysen, erklärungen begeistert. Möge der himmel über ihnen und ihren lieben auch so wunderbar friedlich und blau sein wie bei mir.

    Gefällt 2 Personen

  2. Trafo777

    „Bei Putin dient die Politik den Menschen und dementsprechend stellt sich die Aufgabe, das Ausmaß des Blutvergießens, der katastrophalen Ereignisse, soweit wie möglich zu senken. Er versteht, dass alle Prozesse evolutionär sind und dementsprechend handelt er auch…“

    Und genau das verstehen viele nicht. Immer wieder höre und lese ich Leute, die sich über Einzelschicksale beklagen und die Schuld dafür Putin geben. Er täte nichts für das einfache Volk, er greife in Syrien nicht hart genug durch, bis hin zu: Pyakin würde das nicht begreifen und sei nicht mehr wirklich empfehlenswert, etc.
    Auch sollte sich am besten alles so schnell wie möglich zum Besseren wenden. Nachdem jeder Einzelne von uns mehr oder weniger am Zustand dieser Welt jahrmillionenlang mitgewirkt hat??
    Das müssen wir jetzt wohl oder übel aushalten und diese evolutionäre Krise durchstehen.

    Jeder, der schon einmal Verantwortung für eine größere Gruppe von Menschen tragen musste, weiß – wenn er aufrichtig ist (!) –, dass er dabei Entscheidungen fällen muss, die dem einen oder anderen in den eigenen Reihen missfallen könnten. Das erfordert nicht nur ein dickes Fell und guten Personenschutz, sondern jede Menge Arbeit, Durchsetzungsvermögen, Kraft für die Last der Verantwortung auf den Schultern und Hingabe an etwas Größeres. Dabei geht es nicht um den persönlichen Egoismus.
    Ich bin dankbar, dass an den wichtigen Schaltzentralen dieses Planeten Menschen sitzen, die das erkannt haben und verwirklichen.

    Gefällt 1 Person

    1. Erik Wilhelm

      „Mitgewirkt“ ist relativ. Wenn man tausende Jahre von Versklavung und Indoktrination „mitwirken“ nennen möchte. Die Tatsache, dass jemand Verantwortung für eine Gruppe übernimmt, sollte man immerhin hinterfragen, denn Gott hat jeden Menschen mit denselben Rechten ausgestattet. Daraus lässt sich ableiten, dass niemand Verantwortung für andere Menschen übernehmen _darf_, zumindest so lange der andere dies nicht wünscht. Damit spreche ich Putin nicht ab, dass er für sein Volk/die Menschen agiert, und behaupte auch nicht, dass die Menschen nicht wollen, dass ihnen Ihre Verantwortung abgenommen wird, aber auch deswegen, weil sie nie etwas anderes gelernt haben. Gleichzeitig ist klar, dass man es nie allen Recht machen kann. Das Recht des einen ist das Unrecht gegen den anderen. Zumindest dann, wenn eben die Menschen nicht selbstverantwortlich handeln und ihre Verantwortung abgeben. Putin ist nicht Schuld daran, dass die Menschen nicht souverän und selbstverantwortlich sein wollen – oder, dass sie nicht wissen, dass sie es sein könnten und natürlicherweise es sein müssten. Das schreiben Sie ja auch. Das Einzige, was ich also an Ihrer Post kritisiere ist die Schuldzuweisung, jeder hätte mitgewirkt. Andererseits, wenn man seine Selbstverantwortlichkeit abgibt, dann wirkt man ja auch mit. Was ist aber mit denen, die ihre Selbstverantwortlichkeit und Souveränität selbst wahrnehmen möchten, aber weil alle anderen es nicht wollen dies nicht können? Wirken die auch mit? Ich wirke nicht mit – ich werde mitgewirkt. Wenn ich aufhöre mitzuwirken, steckt man mich in den Knast.

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  3. Wunderbar! Gerade war ich am Rätseln, in welcher Richtung ich Greifbares finde, als mich Michael Wolksi auf diesen Artikel der FKT hinwies:

    Wem nützt die Massenhysterie? Welche Agenden stecken dahinter? Warum verantwortet jeder Mensch selbst sein Leben? Im Augenblick fehlt mir die Motivation, auf den Alarmismus einzugehen, mit dem Coronaviren instrumentalisiert werden. Schon seit vielen Jahren ist in Leitmedien und in freien Medien nicht annähernd so viel Quatsch und Unfug veröffentlicht worden wie seit Mitte Januar 2020. Bislang spekuliere ich nur:

    – Soll die Kommunistische Partei China aufgelöst werden?
    – Beobachten wir einen hybriden Wirtschaftskrieg zwischen den USA und der Volksrepublik China?
    – Soll das ganze Quarantäne-Theater von den Hong Kong Unruhen ablenken?
    – Leitet man ohne Gesichtsverlust einen Neustart des gescheiterten weltweiten Finanzsystems ein, das auf der Ausbeutung durch Inflation beruht, herbeigeführt von Staaten und ihren Zentralbanken?

    Jetzt habe ich hierher verlinkt, um meinen Lesern einen überaus wertvollen Hinweis liefern zu können! Vielen Dank!

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