Erste Einführungslektion in die Konzeption Gesellschaftlicher Sicherheit

1. Was ist die Globalisierung

Tjumen, Juli 2004

Guten Tag, verehrtes Publikum! Wir beginnen heute hier, in Tjumen, mit der Vorlesungsreihe «Konzeption gesellschaftlicher Sicherheit». Zuerst möchte ich darüber sprechen, warum es «Konzeption GESELLSCHAFTLICHER Sicherheit» heißt und nicht «Konzeption NATIONALER Sicherheit“. Denn Viele verstehen unter der «Konzeption gesellschaftlicher Sicherheit», dass Ordnung auf den Straßen herrscht oder so etwas in der Art, zivilisiertes Benehmen in der Öffentlichkeit. Aber es geht eigentlich darum, dass in unseren Augen der Begriff «Konzeption nationaler Sicherheit« falsch ist. Warum? Weil ein solcher Ansatz impliziert, dass es darum geht, die Sicherheit irgendeiner Nationalität zu gewährleisten, also die «Konzeption nationaler Sicherheit». Aber in Russland leben viele Völker mit verschiedenen Nationalitäten (umso mehr, wenn wir die Menschheit auf der gesamten Erde betrachten). Deshalb ist es, aus unserer Sicht, richtiger über die «Konzeption gesellschaftlicher Sicherheit» zu sprechen, die das Ziel verfolgt, dass alle Menschen auf der Erde in Ruhe und glücklich miteinander leben können. Darum machen wir uns die «Konzeption gesellschaftlicher Sicherheit» zur Aufgabe.

Beginnen wir damit, die Konzeption zu betrachten, in dem wir uns mit folgender Problematik auseinanderzusetzen. Jeder normale Mensch in unserem Land (Russland) versteht, dass es uns nicht sehr gut geht, gelinde gesagt. Das wird sowohl auf staatlicher Ebene als auch von den Wissenschaftlern, Politikern und Soziologen anerkannt. Und jeder normaler Mensch stellt sich eine ebenso normale Frage: warum leben wir, in einem Land, in dem es, im Gegensatz zu anderen Ländern, alles gibt – Gas, Öl, Gold, Wald, Kohle, Nickel, – warum leben wir so ärmlich? Warum haben wir so viele solcher Probleme, und dort, wo es nichts gibt (unter anderem in Europa), leben die Menschen gut? Warum ist das so? Was passiert in unserem Land? Wer ist Schuld daran, dass wir in unserem Land so leben, wie jetzt? Und das Wichtigste: was müssen wir tun, um aus dieser Situation wieder herauszukommen?

Beginnen wir damit, die Antworten auf alle diese Fragen folgendermaßen zu erörtern. Sie haben sicherlich alle schon mal das Wort «Antiglobalisten» gehört. Im Fernsehen wird gezeigt, dass sie durch Europa, Amerika und die dortigen Hauptstädte ziehen und auftreten dürfen. Vor Kurzem gab es den Versuch von Antiglobalisten, während des G8 Gipfels aufzutreten, zu dem sich auf Sea Island die Staatsoberhäupter aus 8 führenden Ländern trafen. Man hat sie natürlich nicht reingelassen, dennoch wurde im Fernsehen gezeigt, dass sie versucht haben, dort irgendwie zu stören. Und normalen Leuten sollte nun folgende Frage aufkommen: Wenn es ANTIGLOBALISTEN gibt, dann gibt  es auch GLOBALISTEN. Wer sind sie? Womit beschäftigen sie sich? Und das Wichtigste: was ist Globalisierung?

Viele Wissenschaftler verbinden den Begriff Globalisierung mit einem bestimmten Themenfeld: entweder mit ökonomischer Globalisierung, oder mit kriegerischer Expansion und so weiter. Tatsächlich ist Globalisierung, in ihrer allgemeinsten Form, um es wissenschaftlich auszudrücken, ein Prozess der Konzentration der Steuerung über die Produktivkräfte der Menschheit. Wenn man das mal ganz simpel betrachtet, sieht das so aus: auf der Erde gab es eine Zeit, als die Indianer in Amerika nicht wussten, dass hinter dem Ozean Kolumbus wohnt, der sie entdecken wird; die Einwohner der Pyrenäen-Halbinsel wussten nicht, dass es Russen gibt; die Russen wussten nicht, dass direkt hinter der Meerenge bei ihnen, auf japanischen Inseln Japaner leben; und die Japaner wussten nicht, dass hinter einem anderen Ozean, nämlich dem Stillen, eben diese Indianer leben. Gab es so eine Zeit? Die gab es. Und als es eine solche Zeit auf unserer Welt gab, lebten die Leute, das wissen wir aus der Geschichte, wie sie es für richtig hielten: «Ich möchte das so, also lebe ich auch so». Aber, sobald im Laufe der Geschichte Länder und Völker auf verschiedene Weisen miteinander in Berührung kamen, passierte Folgendes: es lebten ein König und ein Prinz, dann wurden der Prinz und die Prinzessin aus einem anderen Königreich von ihren Eltern verheiratet, die Königreiche wurden vereinigt, es wurde ein Krieg gegen das Nachbarland angefangen, dieses wurde mit Waffengewalt erobert; in meinem Land ist der Weizen besser – nun habe ich einen Markt  erkämpft und die Interessen des anderen Landes mir untergeordnet; ich habe eine Religion in dem anderen Land eingeführt, welche nun auch zur Lösung meiner Probleme in diesem Land beiträgt Das ist, im Prinzip, das, was passiert ist. Und wenn wir uns die Geschichte der Menschheit im Ganzen betrachten, dann ist die gesamte Geschichte ein Prozess der Konzentration der Steuerung produktiver Kräfte der Menschheit. 

Und jetzt leben wir in einer Zeit, in der, ob es uns nun gefällt oder nicht, ob es jemand versteht oder nicht, der Prozess der Konzentration der Steuerung im Prinzip abgeschlossen ist. Er verlief auf regionaler Ebene … Ein Beispiel für die regionale Ebene ist mein und Ihr Land – Russland. Erinnern Sie sich an das Kosakentum? Ermak Timofejewitsch, Deschnjow, Chabarow – sie gliederten die sibirischen Gebiete an. Was ist das? Genau das ist dieser besagte Prozess der Konzentration der Steuerung der Produktivkräfte. Aber eben dieser Prozess ging auch auf globaler Ebene vonstatten.

Vollständiger Beitrag in der PDF unter dem Bild….

Konzeption_Gesellschaftlicher_Sicherheit, KGS, Petrov, Petrow,FKT;

Fonds Konzeptueller Technologien