Flaggenkunde

Die Bedeutung von Flaggen in der globalen Steuerung

„Frage-Antwort“ vom 31.08.2020

Moderator: Guten Tag, Valeriy Viktorovich, guten Tag, sehr geehrte Zuschauer, Zuhörer und Gäste im Studio. Heute ist der 31. August 2020.

Valeriy Pyakin: Guten Tag!

Moderator: Am 26. August wurde auf unserer Website ein Kommentar zur historischen Vergangenheit der «russischen» Trikolore veröffentlicht. In diesem Zusammenhang werden Sie, Valeriy Viktorovich, gebeten, sich kurz zu der Thematik der Flaggen in der staatlichen Steuerung zu äußern.

Valeriy Pyakin: Ja, das ist eine sehr ernstzunehmende Sache und sollte nicht oberflächlich behandelt werden. Manche sagen: «Was macht es für einen Unterschied, welches Fähnchen wir genommen haben und unter welcher wir auftreten?» Oder man versucht uns zu sagen, dass die weiß-rot-weiße Flagge in Weißrussland aus folgendem Grund genommen wurde: «Nun, wir sind einfach gegen Lukaschenko, deshalb haben wir diese Flagge genommen. Welchen Unterschied macht es, dass unter ihr Weißrussen getötet wurden, um ein starkes Besatzungsregime zu haben?» Oder: «Was macht das für einen Unterschied? In Russland ist es die weiss-blau-rote Flagge, die Trikolore, die eine historische Grundlage hat». Hatten wir etwa vor dem 17. Jahrhundert keine Flagge? Doch, die hatten wir. Dann stellt sich doch aber die Frage: Warum wird uns dann jetzt genau diese Flagge so aufdringlich aufgezwungen? Es gibt sogar einen Feiertag zu Ehren der weiss-blau-roten Flagge und so weiter. Warum zieht man es vor darüber zu schweigen, welche Flaggen wie in Russland überhaupt verwendet wurden? Übrigens, die Wissenschaft über Flaggen, die Vexillologie, ist bei uns sehr schlecht entwickelt. Dabei ist das ein sehr, sehr interessantes Themengebiet. Denn die Flagge spielt in der staatlichen Steuerung eine sehr ernsthafte Rolle.

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Nationalflagge Weißrusslands nach dem Zerfall der Sowjetunion (1991–1995)

Der Staat – das sind in erster Linie Organisationsstrukturen. Ein Staat entsteht dann, wenn sich Menschen zusammenschließen, um Dinge zu tun, die sie alleine nicht oder ihrem individuellen Vermögen nach nicht gut genug tun können, d.h. ein Staat entsteht, wenn es notwendig ist, alle Menschen zu vereinen. In einer Stammesgesellschaft – wenn, sagen wir, ein einziger Stamm in einem Dorf lebt – ist alles klar: wer ist der Anführer, wer ist kein Anführer und wer ist ein Geistlicher. Wenn aber zwei Dörfer aufeinander treffen, wie soll man dann verstehen, wer wer ist, welche Strukturen existieren und an wen man sich wenden soll? Es geht doch keiner durch das ganze Dorf und fragt: «Bist du der Anführer?» Deshalb werden bestimmte Attribute zur Kennzeichnung vergeben, um deutlich zu machen wer wer ist. Wir erinnern uns an verschiedene Westernfilme über Indianer, in denen die Häuptlinge riesige Federkronen tragen. Eine Feder ist allerdings ein gewisses Verdienstzeichen, und durch den Besitz bestimmter Federn und durch ihre Anzahl wurde der soziale Status dieser oder jener Person bestimmt: nur eine einzelne Feder bedeutet, dass die Person jene bestimmte Eigenschaft besitzt, aber wenn diese Feder einer anderen Art ist, steht sie für eine andere Eigenschaft. Wenn ein Mensch nun eine bestimmte Auswahl von Federn und Sonstigem hat, dann versteht jeder, dass dies der Stammeshäuptling ist, mit dem man es zu tun hat. Und diese Situation ist im Allgemeinen überall präsent, in jeder Organisationsstruktur, insbesondere in der Armee. Sogar in zivilen Strukturen und auch in Geschäftsstrukturen, wird die Hierarchie auf die eine oder andere Weise festgelegt und ausgedrückt – wer bekommt was und wie, damit man in dieser Hinsicht keinen Fehler macht.

Aber kommen wir zurück auf die Stammesgesellschaft. Wir haben uns nun mit der individuellen Eigenschaft einer bestimmten Person mehr oder weniger auseinandergesetzt – hier ist die Federkrone, und an dieser orientieren wir uns. Aber die nächste Frage ist: Woher weiß man, welche Menschen zu dem Führer des einen Stammes, und welche zu dem des anderen Stammes gehören, wenn man eine größere Anzahl von Menschen vor sich hat und diese sich zudem in größerer Entfernung befinden? Das hat man folgendermaßen gelöst: Damit sich die Menschen eines bestimmten Stammes um ihren Führer versammeln konnten, wurden Banner erfunden. Die ersten Banner waren Wimpel auf den Lanzen, die vertikal aufgestellt wurden. Die Farbe dieses Banners zeigte, dass sich dort ein bestimmter Anführer befindet – das Banner konnte man von Weitem sehen und man konnte zu ihm hinreiten, sich ihm nähern und so weiter. Und wenn solche Menschengruppen in Kampfformationen aufgereiht dastanden, konnte man sie dann dank der Banner sehen, wer sich wo befindet.

Je komplexer die soziale Hierarchie in der Gesellschaft wurde, je weiter sich die Zivilisation entwickelte und je mehr Menschen es gab, desto wichtiger wurde es, den Status der Menschen zu bestimmen. Bereits in mittelalterlichen Gesellschaften tauchten solche Bezeichnungen wie Baron, Graf, Herzog, König und Kaiser auf. Warum gab es solche Bezeichnungen? Sind sie einfach vom Himmel gefallen? Nein, sie repräsentierten eine soziale Organisation, eine bestimmte Ebene in der sozialen Hierarchie. Und jeder dieser Führungskräfte (und ihrem Wesen nach waren sie Führungskräfte – einer hatte eine Grafschaft, ein anderer ein Herzogtum) sollte ein solches Attribut besitzen, anhand dessen man sofort den Status, das Unterstellungsverhältnis und die Möglichkeit dieser bestimmten Führungskraft, Menschen zu steuern, bestimmen konnte. Deshalb waren alle Heraldik-Experten in der damaligen Zeit sehr geschätzt – sie wussten, wo sich ein bestimmtes Element befand, wie es bezeichnet war, wo und was es bedeutete, welche Handlungsmöglichkeiten ein bestimmtes Wappen dem Wappenträger eröffnete bzw. nicht eröffnete. Daher war die höchste Gnade eines jeden Monarchen gegenüber seinem Untergebenen die Verleihung dieses oder jenes Wappenelements oder sogar eines Wappenspruchs.

Das sind, sagen wir, die Tiefen der Steuerung. Wie sollte das aber nach außen sichtbar gemacht werden? Nach außen hin drückte man das in Flaggen aus. Wenn die Flagge gehisst wurde… Nehmen wir als Beispiel die Rosenkriege. Jeder Herrscher brachte seine eigene Armee mit, und auf seiner Fahne sollte seine soziale Stellung wiedergegeben werden, damit durch diese Fahne seine Untergebenen, sein Kommando und seine Feinde ihn erkennen konnten. Einige gingen sogar so weit, ihre Diener in den Flaggenfarben zu kleiden, damit sofort sichtbar war, dass es sich dabei um ihre Untergebenen handelte.

Und was wird in dieser Hinsicht sofort erkennbar? Ich sage es Ihnen: Die damaligen Technologien erlaubten keine komplizierten Flaggen. Wenn zum Beispiel irgendein König über bestimmte Ressourcen verfügt, dann hat er die Möglichkeit, ein großes Leinentuch in einer einzigen Farbe zu weben. Die anderen wiederum haben diese Möglichkeit aber nicht – was bedeuet, dass ihnen die Ressourcen dazu fehlten, weil Hochtechnologien teuer waren.

Aber einfarbige Flaggen sind ein sehr, sehr großes Privileg. Nur solche Subjekte verfügen über einfarbige Flaggen, die den Globalisierungsprozess steuern, d.h. die die Konzentration der Steuerung in einer bestimmten Region vollziehen. Dies ist die Grundlage einer einfarbigen Flagge. Historisch gesehen stellt eine einfarbige Flagge einen Anspruch auf Subjektivität im Globalisierungsprozess dar, d.h. sie verkörpert die volle und bedingungslose Souveränität.

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Die einfarbige Flagge der Libysch-Arabischen Dschamahirija (1977-2011)

Die Geschichte der roten Flagge ist in dieser Hinsicht einzigartig und außerordentlich umfangreich. Und im Format der «Frage-Antwort»-Sendung kann man sie nicht erörtern, – darüber müssen Bücher geschrieben und Forschungen betrieben werden. Nur so viel: viele Zentren der Globalisierung haben um die rote Flagge gekämpft. Die rote Flagge ist präsent, ganz selbstverständlich – nicht nur in China zum Beispiel, sondern auch in Russland. Über China werden wir noch gesondert sprechen und darauf dann am Ende  zurückkommen.

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Flagge Chinas
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Flagge der Sowjetunion

In Russland werden alle guten Dinge mit Rot (russisch: «krasnyj») assoziiert: die Rote Ecke (eine Ikonenecke), ein schmuckes Mädchen (auf russisch «krasna» (rotes) Mädchen),  das Herrliche (russisch: «prekrasnoje») – im Russischen haben alle diese Wörter denselben Wortstamm. «Der Morgen färbt («krasit») mit sanften Farben die Wände des alten Kremls» (wobei «färben» nicht «Farbe auftragen» bedeutet, sondern «schmücken»). Alles, was mit Rot assoziiert wird, war bei den Russen und in Russland schon immer sakral. Aus diesem Grund ist die russische Flagge historisch gesehen – rot, wobei entsprechend der Epoche ein ideologisches Symbol beigefügt ist.

Ich wiederhole: eine einfarbige Flagge zu besitzen, ist ein exklusives Privileg, ein exklusives Recht. Und genau gegen dieses Recht kämpften die Globalisten (der globale Prädiktor) auf dem Planeten Erde die ganze Zeit während des Globalisierungsprozesses. Deshalb wurde ein ganzes System für die Handhabe mit Flaggen entwickelt – was welche Bedeutung hat. Zunächst einmal bezieht sich die Rot-Weiß-Blaue Farbskala auf den euro-atlantischen Block und die Gelb-Schwarz-Grüne  auf den eurasischen Block des Globalen Prädiktors. Die Flaggen in diesen Farbskalen sind leicht zu unterscheiden. Übrigens, im Jahr 2013 habe ich im Rahmen einiger Aufzeichnungen von «Frage-Antwort» zu diesen Flaggen einen ziemlich großen Block an Informationen vorgetragen, d.h. wir haben dieses Thema bereits ausführlich behandelt.

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Woher stammen also diese Flaggen? Ich wiederhole: im Grunde geht es darum, technologisch in der Lage zu sein, eine große einfarbige Flagge herzustellen. Frankreich (ein Konzentrationszentrum der Steuerung) hatte zum Beispiel eine weiße oder blaue Flagge mit einem Zusatz in Form von Lilien – soweit ist alles klar. Aber es sollte doch eine irgendwie geartete Unterordnung geben.

Und so wurde schließlich ein System entwickelt, das durch die Flagge bestimmt, wer man in dieser Welt ist. Flaggen mit horizontalen Streifen kennzeichnen Staaten, die nicht berechtigt sind, eine aktive Position in ihrer Außenpolitik einzunehmen. Staaten, deren Flaggen vertikale Streifen haben, dürfen bis zu einem gewissen Grad aktiv sein. Horizontale Streifen sind auf sehr einfache Weise entstanden: schmale Stoffstreifen herzustellen ist viel einfacher, als ein riesiges großes Leinentuch zu weben. Durch die Kombination und die Anordnung dieser schmalen Streifen ist es möglich, das «Was» und «Wie» zu bestimmen. Frankreich sollte nach der Revolution nicht mehr zum Konzentrationszentrum der Steuerung von globaler Bedeutung werden, nicht mehr seine Außenpolitik verfolgen und sich dadurch auch nicht mehr in die Politik des Globalen Prädiktors einmischen, sondern es sollte im Fahrwasser des Globalen Prädiktors mitschwimmen, indem es seine Politik verfolgt (erinnern Sie sich an das Französische Imperium). Und Frankreich hat vertikale Streifen auf der Flagge. Aber Holland hat horizontale Streifen. Warum? Sie bedeuten, dass Holland ursprünglich nur als Instrumentarium diente. Aber wenn wir die Flagge der Republik Genua (weiß mit rotem Kreuz) und die venezianische Flagge (rot mit Löwen) betrachten, dann sehen wir deren Verwandlung in die Flagge der Schweiz und in die Flagge Großbritanniens.

links: Flagge Genuas, rechts: Flagge der Schweiz
oben: Flagge Venedigs, unten: Royales Banner von England unter Richard I. (1198 – 1340) (siehe auch „Royal Standard“ – auch heute gebräuchlich)

Ein solches System zu entwickeln, hat für eine gewisse Weile gereicht. Aber ständig tauchen neue Staaten auf, entwickeln sich weiter und infolgedessen wird eine neue Ordnung notwendig. Und eine weitere Frage steht im Raum: wie kennzeichnet man die weitere Entwicklungstendenz? Ja, sehr viele haben horizontale Streifen auf der Flagge, aber es gibt sozusagen handlungsfähigere Staaten, denen mehr Manöver zugestanden werden, und es gibt weniger handlungsfähige Staaten. Für diesen Fall wurde eine Vorgehensweise erfunden, bei der ein zusätzliches Symbol (in der Regel ist es das Wappen des Landes) auf die Flagge gesetzt wird. Eine Flagge, die sich aus Streifen und dem Wappen des Landes zusammensetzt, bedeutet, dass dieser Staat keinerlei Recht auf Subjektivität hat (in Bezug auf die Ausübung seiner eigenen Steuerung), und dass er nur ein Instrumentarium zur Durchführung irgendeiner fremden Politik ist. So, wie beispielsweise Rumänien, das als Gegenpol zu Österreich-Ungarn, als Konzentrationszentrum der Balkanländer geplant war: trotz der vertikalen Streifen, hat es ein Wappen auf der Flagge, das auf die Abwesenheit seiner Subjektivität hinweist.

Bei uns sind die Leute aber dermaßen von der imperialen Standarte begeistert: «Seht, hier ist sie, die Trikolore!» Aber welche Bedeutung hat sie? Sie bedeutet, dass die Person, die diese Flagge hat, kein Recht darauf hat, eine unabhängige AUßENPOLITIK zu betreiben. Bei uns führt das Staatsoberhaupt aber eine unabhängige GLOBALE Politik! Daher rührt die ganze Hysterie, wenn in Richtung Russland gesagt wird: «Russland hat kein Recht auf irgendetwas, aber sie verlangen dies und jenes». Das heißt: Sobald dieses ganze System ausgebaut ist, werden die gesamte überstaatliche Steuerung und die außenpolitischen Beziehungen der Staaten auf überstaatlicher Ebene – ob sie wollen oder nicht – auf Grundlage dieser Hierarchie funktionieren. Das werden sie nicht überbieten. Das Ganze gleicht dem Rangsystem in der Armee. Und wenn da nun, bildlich gesprochen, ein Stabsunteroffizier auftaucht und dem General sagt, er solle das so und so tun, dann ist das ein Unding.

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Flagge Russlands (die Trikolore)

In der internationalen Politik passiert jetzt unter der Trikolore genau dasselbe. Wenn Putin sagt: «Lasst es uns so, so und so machen», wird ihm gesagt: «Wer bist DU denn? Gewährleiste du erstmal die Souveränität deines Landes, und präsentiere deine einfarbige Flagge!». Einfarbig muss sie sein! Denn Russland hat, historisch gesehen, eine einfarbige Flagge hat – die rote. In jedem anderen System wird sie immer eine gewisse Unterwürfigkeit Russlands bedeuten, und aktuell gesehen sind wir übrigens absolut die Untergebenen, wir sind ein Instrumentarium, wir wurden auf diese Ebene herabgeführt, als die Niederländer (Kapitän Butler übrigens, wenn wir schon darüber sprechen) uns die Trikolore statt der russischen Flagge gaben.

Peter der Große verstand sehr gut, in welche Ecke sie ihn drängten, er wehrte sich und versuchte, die weiß-blau-rote Flagge zu ändern, er fertigte mehrere Dutzend Skizzen an. Aber es half nichts. Peter der Große ließ es sein und führte eine schwarz-gelb-weiße Imperialflagge ein. Und welche Situation war das Ergebnis? 300 Jahre lang haben wir unter dem Haus Romanow ohne Nationalflagge gelebt. Unsere gesamte Heraldik ist auf der Imperialflagge konstruiert worden, und nach Außen wurde Russland durch die weiß-blau-rote Handelsflagge repräsentiert (da nur sie in der Welt, im Sinne des Handels, zugelassen war). Dabei lehnte Peter der Große die Verwendung dieser weiß-blau-roten Flagge in der Marine kategorisch ab, denn Russland ist nicht irgendjemandes Instrumentarium, Russland ist ein Imperium! Die Trikolore konnte sich also nicht durchsetzen.

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Flagge der Romanow und des Russischen Zarenreiches (1858–1883)

Und so steht nun die Problematik im Raum, dass, wenn wir die Flagge nicht ändern, der äußere Druck auf uns und auf die gesamte herrschende „Elite“ genau derselbe sein wird. Denn Russland hat ja kein Recht auf IRGENDETWAS – es hat diese Flagge, es hat die Hierarchie der staatlichen Beziehungen zu beachten, Russland ist die Ressourcenquelle des Westens – die Flagge zeigt es ja. Man kann uns natürlich nicht mit der Slowakei oder Slowenien vergleichen, die die gleiche Flagge haben. Bei denen ist es noch weitaus schlimmer – dort wurde einfach ein zusätzliches Symbol angefügt. Aber wir, das Staatsoberhaupt, wir haben die imperiale Standarte, wie es so schön heißt. Wo ist sie denn imperial, wenn sie ihm in internationalen Beziehungen lediglich Rechte zuspricht, die nicht über die eines Stabsunteroffizier hinausgehen?

Und dementsprechend gibt es solche Psychosen und solche Hysterie in Bezug auf Russland. Es herrschte auch Hysterie bezüglich der Sowjetunion, aber das bedingungslose Recht der Sowjetunion, Weltpolitik zu betreiben, wurde anerkannt, solange Russland die rote sowjetische Flagge hatte (denn die russische Flagge war rot!). Zwar mit einem Murren, aber es wurde anerkannt. Und wer respektiert unsere Flagge heute? Jeder, der sich in Sachen Steuerung und in Sachen Flaggen-Hierarchie auskennt, sieht, dass Russland eine Flagge hat, die dem Status einer Rohstoffquelle des Westens entspricht, deren „Elite“ keinerlei Rechte auf irgendetwas hat. Aber diejenigen, die 1991 diese Fahne angeschleppt und die Menschen zu Unheil und Leid verurteilt haben, wollten genau das – sie wollten Sklaven des Westens sein.

Es heißt: «Aber unter dieser Trikolore werden doch Heldentaten vollbracht». Ja, es werden große Taten vollbracht. Aber warum werden sie vollbracht? Wäre denn Nurbagandow von Terroristen getötet worden, wenn wir nicht einen terroristischen Ersten Tschetschenienkrieg auf unserem Territorium gehabt hätten? Damals waren wir im Kaukasus und speziell in Tschetschenien gezwungen, den internationalen Terrorismus zu bekämpfen, damals kamen Terroristen in unser Land und sprengten Häuser in Moskau und jagten die U-Bahn in die Luft. Hätten unsere Kämpfer in Syrien eben jenen internationalen Terrorismus bekämpfen und in Syrien sterben müssen, wenn wir den gleichen Status, wie seinerzeit die Sowjetunion gehabt hätten? Der Status der Sowjetunion war so geartet, dass der internationale Terrorismus, als Instrumentarium für Welt- und Außenpolitik, nicht existierte – er war inakzeptabel und existierte schlichtweg nicht. Er blühte erst auf, als die Sowjetunion weg war, als die westliche Welt im Globalisierungsprozess mit niemandem mehr konkurrierte – dann ging es los. Und dadurch, dass unsere Jungs jetzt gezwungen sind zu sterben, verschaffen sie uns die Möglichkeit, eine Verschnaufpause einzulegen, damit unser Staat endlich seine Souveränität erlangt! Oder wollen wir etwa, dass unsere Soldaten ständig sterben, wenn sie das Land beschützen? Wollen wir, dass die ganze Zeit Krieg gegen uns geführt wird – auch auf unserem Territorium? Wer ist ein Risiko eingegangen, nachdem die Sowjetunion 1922 die ausländische Intervention während des Bürgerkriegs zurückgeschlagen hatte und als sie die Aggression während des Zweiten Weltkriegs, des Großen Vaterländischen Krieges, zurückschlug? Jeder hat es verstanden: Ja, diese Macht ist ernstzunehmen und sie ist von Dauer, und sie haben sich ihre Fahne verdient.

Das einzige Problem, weswegen es jetzt einen so heftigen Widerstand gegen die Rückkehr der russischen roten Flagge in Russland gibt, ist, dass das Zentrum der Globalisierung auf dem Planeten Erde China werden soll. Sollte die rote Flagge wieder nach Russland zurückkehren, kann China kein Konzentrationszentrum der Steuerung werden. Doch die Globalisten brauchen China in dieser Form, weil dann die Ressourcen der überstaatlichen Steuerung wirken – automatisch und in allen Aspekten arbeiten sie daran, Russland zu zermalmen. Gibt es etwa nicht genug Druck auf unsere Wirtschaft? Oder entstehen die Probleme um «Nord Stream 2» einfach so, aus dem Nichts? Sehen wir etwa nicht, wie all diese Kräfte miteinander verbunden sind (durch diese Staatssymbolik, wo jeder sofort springt, wenn man es ihm sagt)?

Machen wir einen kleinen Exkurs: Warum haben, sagen wir, Lettland, Litauen und Estland das gleiche Stimmrecht, wie Deutschland? Sie existieren zwar nicht als Staaten, sondern nach dem formalen Prinzip der Stimmengleichheit, doch indem sie unter der überstaatlichen Steuerung des Globalen Prädiktors in Form des euro-atlantischen Blocks stehen, führen sie mittels formaler Verfahren die Politik des Globalen Prädiktors durch. Und niemand sieht es. Und so ist es überall!

Es ist also absolut nicht so unbedeutend, welche Flagge wir als Staatsflagge haben. Denn wenn wir uns aus dieser Sache nicht herauslösen, werden wir überrollt. Wir werden in «Die Große Seidenstraße», und in den «Nord-Süd»-Korridor in Form einzelner Subjekte, als «Souvenir»-Staaten und als Ressourcenquelle dieser Projekte integriert. Die heutige Souveränität Russlands, hängt  einzig an der konzeptuellen Macht des Staatsoberhaupts – sonst ist da nichts! Die „Eliten“ verstehen nicht, was sie tun. Sie verstehen nicht, dass sie dazu verdammt wurden, vernichtet zu werden. Je mehr sie sich an diese Flagge klammern, desto schlimmer wird es ihnen in der Zukunft ergehen. Aber das verstehen sie nicht, und man kann es ihnen nicht beweisen – unsere „Elite“ ist unbelehrbar, sie ist unzurechnungsfähig, sie hört nichts und versteht nichts. In ihre Positionen wurden sie gehoben.

Überlegen Sie mal: Was für ein Kapitalismus konnte bei uns denn entstehen, wenn doch niemand das Geld hatte, um etwas zu kaufen? Also wurden in der amerikanischen Botschaft die Posten verteilt: du wirst ein Öl-Oligarch, du ein anderer Öl-Oligarch, du wirst ein Aluminium-Oligarch – alles wurde zugewiesen. Und dann musstest du in der amerikanischen Botschaft nur noch beweisen, dass du persönlich Russland mehr hasst, als jemand von deinen Konkurrenten und dass du Russland mehr und effektiver zerstören wirst, als sonst irgendjemand. Sehen Sie das etwa nicht am Beispiel der «Baschkirischen Soda Company»? Das fügt sich doch alles ineinander.

Ich habe ja gerade über die Flagge gesprochen, und viele Leute werden denken: «Das hat damit doch nichts zu tun!» Nun ja – Viele Dinge entziehen sich unserem Verständnis, nicht, weil etwa unser Verstand zu schwach wäre, sondern weil diese Dinge kein Teil unseres Verständnisbereiches sind. Und solange Ihr Verständnisbereich nicht das Verstehen einschließt, wie Staatssymbole und Staatsrituale die konkrete Position und die Möglichkeiten der Steuerung in jedem einzelnen Land beeinflussen, wird nichts geschehen. Denn jeder arbeitet im Ausmaß seines Verstehens für sich selbst und im Ausmaß seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr wissen und verstehen. Die Globalisierung ist ein objektiv ablaufender Prozess, der darin besteht, die Steuerung der Produktivkräfte auf dem Planeten Erde zu KONZENTRIEREN. Dieser Prozess ist im Prinzip bereits abgeschlossen. Und entweder versteht man, wie diese Prozesse ablaufen oder… Nun, wenn man versteht, wie der Verkehr auf der Straße organisiert ist – bildlich gesprochen – und wenn man die Verkehrsregeln kennt, dann verhält man sich auf eine bestimmte Art und Weise. Aber wenn man es nicht weiß, dann muss man ständig korrigieren: «Oh, hier muss man einem Fußgänger ausweichen, hier muss man einem Radfahrer ausweichen, und hier muss man einem Auto ausweichen. Wie überquert man eine Straße?»

Um also zu wissen, wie man eine Straße überquert, muss man bereits auf der Ebene der Flaggen verstehen, wer, was wie darstellt, wem was erlaubt ist und wie er sich verhalten wird. Die Flaggen zeigen es. Es ist für alle sofort ersichtlich. Hier steht die mittelalterliche Armee: der König mit einer Fahne und jeder Baron, Herzog, Graf – mit einer jeweils anderen Fahne. Und bei jeder Flagge war klar, wo der König war und wo seine Untergebenen waren, wo man zuschlagen und wo man warten musste, wo die problematischsten Bereiche waren. Alles ist klar.

Einige werden sicherlich sagen: «Die Konzeptuellen denken sich irgendetwas aus». Dann haben wir aber folgende Frage: Warum haben wir sogut wie keine Literatur zur Flaggenkunde? Das muss noch alles niedergeschrieben werden. Und ich versichere Ihnen, es ist ein sehr umfangreiches Thema und äußerst interessant. Jedem, der sich damit beschäftigen will steht die Faktologie zur Verfügung – es gibt viele Informationen im Internet in enzyklopädischen Publikationen, in der historischen Forschung, in geographischen Beschreibungen – man muss sich nur damit beschäftigen und anfangen zu schreiben. Aber solange diese Dinge nicht klar sind, schreibt sie niemand auf. Und solange sie niemand aufschreibt, ist die Zahl der Menschen, die die Bedeutung von Flaggen und Staatszeichen verstehen, gering. Man wird nicht in der Lage sein, die Steuerung derjenigen zu überwinden, die diese Symbolik kennen und diese Mechanismen bei der Durchführung konkreter Steuerung in Bezug auf jedes einzelne Land nutzen.

Eigentlich ist dieses Thema sehr interessant. Montenegro, zum Beispiel, hat doch eine rote Flagge. Und was kann Montenegro tun? Nichts. Denn seine Flagge ist nicht rot – sie hat nur eine rote Basis.

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Flagge Montenegros
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Flagge des Kaisertums Österreich (1804-1867)

Und deshalb konnte auch Österreich-Ungarn nichts tun, obwohl… Solange es die schwarz-gelbe Flagge hatte, konnte es übrigens viel mehr, als mit einer Flagge auf roter Basis – das Kaisertum Österreich konnte viel mehr. Was sich auch in der konkreten Praxis dieses Imperiums widerspiegelte.

Das war ein sehr kurzer (sehr kurzer!) Abriss über die Bedeutung von Flaggen in der staatlichen und überstaatlichen Steuerung. Flaggen ohne Bedeutung gibt es nicht. Jedes Mal, wenn jemand eine Fahne in seine Hand nimmt, zeigt er sofort, welche Konzeption, welcher Ideologie er folgt, welchen Platz er einnimmt und was er in diesem Sinne tun darf.

Wenn deshalb in Weißrussland die weiß-rot-weißen Fahnen gehisst werden, fordern sie damit, dass der GENOZID am weißrussischen Volk vollumfänglich stattfindet – damit nicht nur ein Drittel der Bevölkerung, wie im Großen Vaterländischen Krieg, sondern alle vernichtet werden! Und sie laufen fröhlich herum, sie wollen das, sie sehnen sich danach. Sie schaffen durch ihr Handeln die Bedingungen für den Genozid an der Bevölkerung. So ist die Lage. Und viele denken, dass alles von selbst geschieht, und nichts gesteuert ist. Ich habe schon so oft gesagt: studieren Sie die Hinreichend Allgemeine Theorie der Steuerung und die Konzeption Gesellschaftlicher Sicherheit, um solche Prozesse zu verstehen. Dann werden Sie auch in der Lage sein, aus beliebiger Quelle praktisches Wissen zu erhalten und sie können unter Anderem die Problematik bezüglich der Flaggen selbst verstehen.

Fonds Konzeptueller Technologien

5 Gedanken zu “Flaggenkunde

  1. Drusius

    Vielleicht sollte man ergänzen, daß einfarbige Flaggen immer das Zeichen dafür sind, daß es sich dabei um Projekte des Globalen Prädiktors handelt.
    Die Gnostiker einiger Kreise waren der Meinung, daß sich die Welt nach „unten“ entwickelt. Die Farbe, die im sichtbaren Farbspektrum die unterste Schwingungsebene darstellt, kann sich jeder selbst heraussuchen.

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  2. Annamirl

    Danke für Eure Arbeit! Man kann nur hoffen, daß die grundlegenden Werke bald auf Deutsch übersetzt sind. Selbst wenn man sämtliche Beiträge von Pyakin hört, hat man nur einige Blitzlichter oder kurze Fäden in der Hand.

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