Neues Getreideabkommen

Hat Russland jetzt nachgegeben oder war es ein genialer Schachzug Putins?

„Frage-Antwort“ vom 07.11.2022

Moderator: Ich grüße Sie, sehr geehrte Zuschauer, Zuhörer und Freunde hier im Studio. Heute ist der 07. November 2022.

So gut wie alle interessiert die Frage, die unser Zuschauer Wladimir stellt, er  bittet Sie darum, die neuen Absprachen bezüglich des sogenannten «Getreideabkommens» zu kommentieren. «Soll man das etwa so verstehen, dass Russland die Verantwortung für die Ereignisse in der Ukraine von Europa auf die Türkei verlagert hat? Ein neuer Gas-Hub macht es leicht, Druck auf die Türkei auszuüben. Zwingen wir damit nicht die Türkei, ihrerseits auf das Kiewer Regime einen gewissen Druck auszuüben, damit wir die Türkei als “notgedrungenen Verbündeten” gewinnen ?» Ist da etwas dran?

Soll man das etwa so verstehen, dass Russland die Verantwortung für die Ereignisse in der Ukraine von Europa auf die Türkei verlagert hat? Ein neuer Gas-Hub macht es leicht, Druck auf die Türkei auszuüben. Zwingen wir damit nicht die Türkei, ihrerseits auf das Kiewer Regime einen gewissen Druck auszuüben, damit wir die Türkei als “notgedrungenen Verbündeten” gewinnen ?

Valeriy Pyakin: Oh, nein, da ist nichts dran. Alles ist ganz anders. Mittlerweile sagt man, dass wir gezwungen waren, uns dem Getreideabkommen wieder anzuschließen, weil wir den türkischen Präsidenten Erdogan auch weiter als Verbündeten haben wollten. An die Menschen, die so etwas behaupten, habe ich nur eine Frage: Sind sie noch bei Verstand? Oder sind sie möglicherweise von einem anderen Planeten und verstehen deshalb nicht, was die Türkei ist, besonders die jetzige Türkei?

Um das Problem mit der Türkei lösen zu können, brauchen wir gar kein Getreideabkommen. Wir haben eine Vielzahl an Mitteln, um die Türkei unter Druck zu setzen. Die Wirtschaftslage in der Türkei ist katastrophal. Erdogan ist von Russland komplett abhängig. Da ist nicht nur der Gas-Hub, nicht nur der Bau des Atomkraftwerkes, sondern auch der Tourismus und sogar die besagten türkischen Tomaten. Selbst Kleinigkeiten, wie die Lieferungen türkischer Tomaten auf den russischen Markt. Wenn man in einem dieser Segmente den Sauerstoff abstellt, verschlechtert sich die Lage in der türkischen Wirtschaft rapide, sodass Erdogan im Handumdrehen kooperativ sein und sich auf x-beliebige Bedingungen einlassen wird – Hauptsache, Russland erhält die Wirtschaftsbeziehungen zur Türkei im ursprünglichen Umfang aufrecht.

Erdogan steht kurz vor seinen Präsidentschaftswahlen, in einem Jahr ist er dran. Und Russland kann vom Prinzip her auch jetzt Erdogan per Fingerschnippen vernichten. Ein Schnipser und weg ist Erdogan. Russland könnte auch problemlos mit der türkischen Opposition kooperieren, die auch wesentlich verhandlungsbereiter wäre. Präsident Erdogan ist das alles bewusst. Doch er ist ein Flegel, und er wird immer wieder unverschämt. Dieser Flegel erlaubt es sich, unverschämt zu werden. Warum? Wir haben immer wieder über unsere “Elite” gesprochen, wie sie so geworden ist.

Und nun schauen wir, was es in Bezug auf das Getreideabkommen zu sagen gibt. Gehen wir die Wendepunkte durch. Am 29. Oktober um 04:20 Uhr wurde ein Terroranschlag auf unsere Marine, genauer gesagt auf unseren Stützpunkt in Sewastopol, verübt. Ausgeführt hat ihn der NATO-Block mittels der Ukraine. Die Drohnen, die sich übers Wasser bewegt haben, haben sich im «Getreidekorridor» fortbewegt – im Korridor, der dafür errichtet wurde, damit die Schiffe sicher passieren können. Als das ans Licht kam, hat unser Verteidigungsministerium den Austritt aus dem Getreideabkommen verkündet.

Doch nachdem diese Information veröffentlicht wurde, brach der Wahnsinn aus. Bereits nach ein paar Stunden haben alle darüber gesprochen, dass Russland die Teilnahme am Getreideabkommen pausiert und vorübergehend auf Eis legt. Also lässt Russland seine “Mitgliedschaft” im Getreideabkommen sozusagen ruhen. Warum alle Medien, darunter auch die großen Nachrichtenagenturen «RIA Nowosti» und «TASS»,  plötzlich in dieser Tonlage geredet haben, ist unklar.

Und dann hat das russische Außenministerium die offizielle staatliche Stellungnahme zum Getreideabkommen abgegeben. Ich zitiere: «Die russische Seite kann die Sicherheit ziviler Trockenfrachter nicht garantieren, die an der Schwarzmeerinitiative (damit ist das Getreideabkommen gemeint) teilnehmen. Daher suspendiert – suspendiert! – Russland für eine gewisse Zeit die Umsetzung dieser Initiative.» Ich betone: laut dieser Aussage pausiert Russland die Umsetzung des Getreideabkommens ab heute bis auf unbestimmte Zeit. Wo sind bitte schön die Worte, dass Russland seine eigene Teilnahme an diesem Abkommen aussetzt? Es sind doch mehrere Parteien am Getreideabkommen beteiligt – Russland, die Türkei, und auch die UNO. Die letzten zwei hätten das alles auch ohne Russland hinbekommen.

Unser Außenministerium hat Klartext geredet. Doch trotz dieser Tatsache haben alle Mächte und Medien so getan, als ob Russland aus dem Getreideabkommen vorübergehend austritt.

Und nun beachten Sie bitte genau, wie sich die Lage entwickelt hat.

Weiter geht es in der PDF…

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3 Gedanken zu “Neues Getreideabkommen

  1. Anwender-Novize 2. Versuch

    Nachdem mein erster Kommentar nicht gepostet wurde hier nochmals, mit anderen Worten:
    In der Ukraine treffen sich auf sonderbare Weise einige Interessen:
    1. RU will den Konflikt in die Länge ziehen, weil sich Westland damit ruiniert, besonders Europa. Es ist zudem günstiger, die konventionellen Waffenarsenale Westlands nahe der eigenen Haustür (kurze Nachschubwege) abschnittsweise zu vernichten.
    2. Die US-EL müssen den Konflikt eher in die Länge ziehen, weil die einzige Chance auf einen siegreichen Ausgang ein Regimechange in RU ist, und der ist bisher nicht gelungen.
    3. Der GP nutzt den Konflikt zur Demontage Europas und zur Vorbereitung der Umformatierung der USA. Seine Situation dürfte eher komfortabel sein, da er die US-EL offenbar schon wieder unter Kontrolle hat.
    Der letztendlich erzwungene Rückzug aus der russischen Stadt Cherson und das Herumgegurkte beim Getreideabkommen sind beides Niederlagen RUs im Informationsraum. Offenbar soll Westland damit Mut eingeflößt werden (es ist noch nicht alles verloren….). Die Verräter werden sich damit auch enttarnen, wobei die an und für sich bekannt sein sollten. Man kennt ja gegenseitig die Lebensläufe….

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  2. FKT-Anwender-Novize

    Das Wissen, das FKT kompakt zum „Aufbau und der Steuerung der Welt“ anbietet, öffnet die Augen und schafft Möglichkeiten, selbst den Versuch zu unternehmen, Schlüsse aus dem Ablauf der Geschehnisse zu ziehen.
    Nun denn:
    Den Ausstieg und Wiedereinstieg hätte ich eher als Gesichtsverlust Russlands nach dem bekannte Spiel: Wir kündigen Konsequenzen an und dann geschieht wiederum nichts. Die „fünfte Kolonne“ verhindert effektive Gegenmaßnahmen der Staatsführung. Putins Mitteilungen waren dann bloß noch Schadensbegrenzung.
    Insgesamt arbeiten derzeit sowohl der Westen als auch RU zusammen, um den Krieg in die Länge zu ziehen. Für den Westen besteht nach wie vor der Ausweg durch Regimechange in RU, in RU wartet man ab, bis sich die Ressourcen des Westens (zuerst das ausgesaugte Europa, dann die USA) erschöpft haben.
    Das Nuklearkriegsszenario stellt dabei vermutlich eine Art „Hase vor der Schlange“-Darstellung für die Menschen dar, um sie psychisch unter Druck zu setzen.
    Im Großen sehe ich als allgemeines strategisches Szenario:
    – der GP unterstützt RU im Krieg gegen den Westen
    – der GP hat die Kontrolle über die US-Eliten allerdings schon seit einiger Zeit weitgehend wieder hergestellt
    – das Ziel des GP ist es, den Krieg in UA so in die Länge zu ziehen, dass Europa, besonders Deutschland, vollständig ausgesaugt, deindustrialisiert, verarmt und mit Immigranten überflutet wird. Damit erfolgt die Fortsetzung der Kalifatisierung.
    Die USA sind ebenso schon über der Klippe, auch hier wird aber der Schwebezustand beibehalten (siehe Wahlmanipulationen, Verzögerungen, seit Jahren laufende Ankündigungspolitik zu Ermittlungen, die nie zu echten Resultaten führen). Dass der GP in den US entspannter steuern kann, zeigt ua die plötzlich wieder verschwundene „Keule“ des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger.
    – RU arbeitet (ev. notgedrungen) mit dem GP zusammen, um selbst überleben zu können. Das wird natürlich nur solange benötigt werden, bis der Westen zusammenbricht (Pardon, hier muss man klarstellen: die westlichen Völker in ihrer Substanz vernichtet sind). Danach dürfte die Zerschlagung RUs anstehen.
    – Für das Intermarium scheint derzeit eine schlanke Version mit Polen und ev. Ungarn als Lead anzustehen. Der GP wird aber seiner Grundphilospohie nach eher die „nützliche Kreatur“ Polen aufrechterhalten als natürlich gewachsenen Völkern Schlüsselrollen zuzugestehen. Vermutlich wird vom Territorium des Intermarium her nach dem üblichen Muster von Bauwerken mit Sollbruchstellen (zB Bosnien-Herzegovina, viele afrikanische Staaten) ausgegangen. So kann man Territorien auch nach längerer Zeit wieder recht gut an den Sollbruchstellen auseinander nehmen. Weißrussland und die Ukraine wären gar keine schlechten Teilnehmer, auch die Balten sind fast dafür geschaffen. Verzichtet werden könnte auch irgendwelche Deutsche (was man nicht vernichtet, könnte später stören), Österreicher, Schweizer. Das Wien und die Finanzdrehscheibe Schweiz dann ersetzt werden müssen, na gut, dafür sind dann alle Deutschsprachigen weg.

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  3. Wanderfalke

    Hier noch das Transkript auf Deutsch vom Teil II der Valdai Veranstaltung mit den Fragen an Präsident Putin, gestellt von den Teilnehmern des Valdai Clubs. Sehr interessant die Antworten des Präsidenten, welche die erforderlichen Änderungen für eine mögliche bessere Zukunft und Politik eindrucksvoll beschreiben. So hoffen wir alle, auf die möglichst zügige Umsetzung der von W. Putin gebrachten Konzepte. Die grosse Mehrheit aus aller Welt wartet darauf: https://unser-mitteleuropa.com/valdai-forum-teil-ii-praesident-putin-antwortet-auf-brennende-fragen-der-zeit/

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