Elite oder „Elite“

Wortbedeutung

«Bei der Betrachtung verschiedener Aspekte des Masse-”Elitarismus”» – wobei wir die Steuerungsprozesse betrachten, bei denen das Subjekt, Objekt und die Instrumentarien der Steuerung äußerst genau definiert sein müssen.

Elite, "Elite", Globalisten,

Deshalb müssen wir für den Begriff “Elite” eine genaue Definition einführen, da ohne eine solche Definition es unmöglich ist, die Prozesse der Steuerung zu verstehen. Die KGS ist kein Dogma, bei dem einmal für ein Phänomen vergebene Definition unbedacht auf ein anderes Phänomen übertragen wird. 

Der Begriff «Elite» kommt von dem lateinischen Wort eligo – wählen – und ist zunächst mit keiner emotionalen Konnotation (wie «die Besten» oder «die Schlechteste») belegt. Eine solche emotionale Färbung, die dem Wort «Elite» im Sinne von «die Besten» beigefügt wurde, ist künstlicher Natur und etymologisch nicht belegt.

ē-ligo, lēgī, lēctum, ere (ex u. lego, ere), heraus-, weg-, ablesen, I) eig.: 1) im allg.: pedes e capite pullorum, Varro r. r. 3, 9, 14. – 2) insbes., ausraufen, -jäten, herausziehen, herbas, Varro r. r. 1, 47: steriles herbas, Curt. 4, 1 (4), 21: gramina manu, Col. 4, 5. – im Bilde, illas fibras stirpium omnes eligere, Cic. Tusc. 3, 84: superstitionis stirpes omnes eligere, Cic. de div. 2, 149. – II) übtr., auslesen = auswählen, a) leb. Wesen: α) übh.: amicos, Cic.: colonos, Cic.: milites circiter CXX voluntarios, Caes.: iudices, Vopisc.: electi per manipulos viri, Liv.: permitto, ut de tribus Antoniis eligas quem velis, Cic.: suorum e numero adulescentes quosdam, Nep.: ex suis cohortem unam, Auct. b. Afr.: ex senatoribus centum, Eutr.: m. bl. Abl., equos numero omni, Verg.: quemvis mediā elige turbā, Hor.: m. dopp. Acc., im Passiv m. dopp. Nom., amicos (zu Fr.) elegit (eos), quibus etc., Suet.: M. Verrius Flaccus ab Augusto quoque nepotibus suis (für seine E.) praeceptor (zum L.) electus est, Suet. – absol., u. zwar prägn., haud semper errat fama (öffentliche Meinung); aliquando et elegit, hat sie eine richtige Wahl, hat sie den rechten Mann getroffen.

Die Elite ist eine Gemeinschaft von Individuen, die bestimmten Kriterien zufolge aus einer Vielzahl ähnlicher Individuen ausgewählt werden. Das Kriterium «der Beste» wird ausgehend von der Steuerungskonzeption und der Zielfunktion der Steuerung definiert. «Der Beste» aus der Sicht der einen Konzeption und Zielfunktion der Steuerung  kann aus der Sicht der anderen Konzeption, und Zielfunktion der Steuerung «der Schlechteste» sein.

In diesem Sinne ist es notwendig, zwei grundlegend verschiedene Zustände von Gemeinschaften zu unterscheiden, die nach bestimmten Kriterien gebildet wurden und gemeinhin mit dem Wort «Elite» bezeichnet werden:

  • die “Elite” – das sind Gemeinschaften, die sich nach dem Prinzip der (Selbst-)Kooptation rekrutiert haben, d.h. Gemeinschaften, die sich entweder auf Grundlage von Selbstselektion oder auf Grundlage einer Tradition gebildet haben, wobei sie in Bezug auf Steuerungsprozesse in unterschiedlichem Grade handlungsunfähig sind, was sich in Gesprächen äußert, die davon handeln, dass «die Elite nicht mehr das ist, was sie mal war (d.h. sie hat in gewissem Maße ihre Steuerungsfunktionalität verloren)», dass «die Elite degeneriert ist» und dass sie eine «Pseudo-Elite» sei usw.;
  • die Elite – das sind Gemeinschaften, die von einem externen Subjekt der Steuerung gebildet wurden, das für sich festgelegt hat, dass sie aus der aktuellen Position der Steuerung und der konkreten Zielfunktion der Steuerung die Besten sind; dabei können die Gemeinschaften, die aus der Position der Zielfunktion der Steuerung als «die besten» definiert sind, aus der Position der Steuerungskonzeption objektiv «die schlechtesten» sein, und umgekehrt.

Der Begriff «Gegenelite» wird von Politikwissenschaftlern in dem Fall angeführt, wenn es darum geht, eine Gemeinschaft zu definieren, welche eine Steuerung realisiert, die der Steuerung zuwiderläuft, die jene Gemeinschaft realisiert, die der Politikwissenschaftler als “Elite” definiert hat.

FKT deutsch 2021