Warum hat Russland 2014 die Ukraine nicht geschützt?

Wann lässt sich ein «konzeptueller Schirm» als Schutz verwenden?

„Frage-Antwort“ vom 07.09.2020

Moderator: Tag Valeriy Viktorovich! Guten Tag sehr geehrte Zuschauer, Zuhörer und Gäste im Studio! Heute ist der 7. September 2020.

Die heutige Frage kommt von Igor: «Valeriy Viktorovich, warum hat Russland 2014 nicht diesen nuklearen Schutzschirm über der Ukraine ausgebreitet…

Valeriy Pyakin: Nun, es ist nicht wirklich ein nuklearer, sondern ein konzeptueller Schutzschirm.

Moderator: …um zu verhindern, was passiert ist? Es sind ja im Prinzip dieselben eigenen Territorien, wie auch Weißrussland, nur eben im südlichen Teil Russlands».

Die Frage dabei ist, inwieweit die staatliche Steuerung der Ukraine bereit war zusammenzuarbeiten. Hat Russland etwa keine Schritte unternommen, um die Staatlichkeit der Ukraine gegen den äußeren Druck zu verteidigen? Haben Sie etwa die 3 Milliarden US-Dollar vergessen? Und da gibt es noch vieles mehr.

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Tagesspiegel.de

Janukowitsch entpuppte sich als durch und durch schwach. Das Einzige, wozu er imstande war, als die russischen Sicherheitsdienste ihn retteten, war die Wahrung der Legitimität der Präsidentschaft durch seine Existenz. Damals war das von prinzipieller Bedeutung. Heute ist die Entwicklung soweit fortgeschritten, dass es auch ohne Janukowitsch möglich ist, die Staatlichkeit der Ukraine wiederherzustellen, weil die legitimen Rechtsnachfolger der Ukraine die Republiken Lugansk und Donezk sind. Es gibt den Minsker Prozess – damit wurde alles Erforderliche geschaffen, um die Sache auch ohne Janukowitsch zu regeln. Janukowitsch erwies sich als schwach, er hat sich auf einen Dialog mit dem Westen eingelassen. Gab es etwa irgendwelche Schwierigkeiten, die verhinderten, dass Putin diesen Dialog mit dem Westen führt? Nein. Aber Janukowitsch wollte die Gespräche selbst führen. Schauen Sie mal: waren denn westliche Diplomaten bei den Maidan-Demonstrationen anwesend? Ja, das waren sie. Und Janukowitsch hat sich darauf eingelassen.  Als westliche Diplomaten bei den Maidan-Demonstrationen in Weißrussland auftauchten, begriffen sie, dass die Sache aussichtslos war – Weißrussland steht unter dem Schutz Russlands. Janukowitsch wollte diesen Schutz nicht. Die herrschenden „Eliten“ der Ukraine wollten diesen Schutz nicht.

Und hier möchte ich noch einmal das Heldentum der Spezialeinheit «Berkut» erwähnen. Ihr heroisches Beispiel wird sich noch positiv auf die Ukraine auswirken. Mit ihrer Haltung und ihrer Standhaftigkeit (sie haben diesen Ansturm überstanden) besiegten sie diese ganzen ukrainischen Maidan-Nationalisten ideologisch und konzeptuell. Das ist der Grund für die Verfolgung der Berkut-Kämpfer in der Ukraine, das ist der Grund für den Hass gegen sie. Mit ihrer Haltung, ihrer Entschlossenheit und ihrem Mut verteidigten sie sowohl den Staat als auch die Staatsideologie. Der Maidan konnte das nicht zerstören.

Die Situation wird sich ändern… Wissen Sie, wenn gesagt wird: «In der Ukraine passiert nichts…» Ach, wirklich? Sehen Sie, am 9. Mai 1945 stellte sich heraus, dass die gesamte deutsche Bevölkerung immer gegen Hitler war… Die BRD befindet sich heute unter amerikanischer Besatzung. Aber es gibt einen deutschen Staat, der das Recht hat, den deutschen Nationalstaat wiederzubeleben – die DDR. Deswegen  ist noch nichts verloren.

Wir haben diesen Schirinowski. Russland passt ihm nicht – weder zaristisch noch sowjetisch. Wenn Sie ihm zuhören, können Sie sich hinlegen und sterben. Und das Land geben Sie einfach denen, die kommen. Ist der überhaupt ein Politiker? Ein Politiker ist jemand, der objektive Umstände nutzt, um subjektive Ziele zu erreichen. Aber er lamentiert immer nur, auch wenn er dabei droht… Wie viele solcher Schwächlinge gibt es? Jeder versteht, dass seine Drohungen nichts bedeuten, weil es nur Gejammer ist. Schirinowski hat die Aufgabe, die Menschen zu deaktivieren, damit sie nicht die Initiative ergreifen, damit sie aufhören, ihre Interessen und die ihrer Familie zu verteidigen: «Da kann man nichts machen, es ist sinnlos gegen einen Stärkeren zu kämpfen. Was soll ich einfacher Mensch dagegen tun?» Die Menschen sollen sich abfinden mit dem Raub ihres Landes, mit der Zerstörung ihrer Heimat, mit der Verwandlung ihrer Heimat in einen bloßen Rohstofflieferanten und mit der Auslöschung der Bevölkerung und ihrer Familie. Dafür arbeitet Schirinowski. Aus diesem Grund ist er mit keinem Russland zufrieden, egal in welcher Form. Achten Sie einmal darauf, bei ihm sind alle schlecht, Russland ist prinzipiell schlecht. Und genau das ist die westliche Sichtweise. Ich kann mich nur wundern über die Leute, die Schirinowski als Patrioten betrachten. Hören Sie nicht, was er sagt? Russland passt ihm prinzipiell nicht, in keiner Weise.

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Also es war die Spezialeinheit «Berkut», die die Standhaftigkeit des ukrainischen Volkes demonstrierte, und die «Berkut» sicherte den Republiken Lugansk und Donezk die Möglichkeit deren Existenz und der Ukraine die Wiederbelebung ihrer Staatlichkeit.

Lukaschenko hat damit begonnen, mit Putin zusammenzuarbeiten – seine Situation hat sich normalisiert. Die ukrainische Regierung wollte nicht zusammenarbeiten – nun, sie hat bekommen, was sie wollte.

Und nun schauen Sie sich mal an, welche Situation sich ergibt: Diejenigen, die Janukowitsch damals reingelegt haben, haben es sich unter der neuen Regierung recht bequem gemacht. Und genau das beobachten wir jetzt auch in Weißrussland. Wenn Lukaschenko gestürzt werden sollte, werden sie sich dort richtig einnisten. Wer gab denn all diese Befehle, wer führte die OMON-Einheit an, wer schuf bewusst eine Konfliktsituation, um die Bevölkerung emotional gegeneinander aufzuhetzen, um die Grundlage für einen Bürgerkrieg zu haben? Es waren die Leiter der Behörden der Staatssicherheit, sie sind für das alles verantwortlich. Sie sind auch für die Provokation mit unseren Landsleuten verantwortlich.

Und bitteschön: 32 Verhaftete wurden an Russland übergeben. Da fehlt aber einer, wo ist der? Hat man ihn etwa freigelassen? Über ihn ist nichts bekannt. Und da hat Lukaschenko lauthals getönt: «Ich mache mit Russland, was ich will. Was glauben die, wer sie sind?» Aber wie sich herausstellt, war alles etwas anders. Es war Lukaschenko selbst, der Hand in Hand mit der Kiewer Faschistenbande gearbeitet hat, aber die Faschistenbande hat gegen Lukaschenko gearbeitet, indem sie ihn als Köder gegen Russland benutzte. Lukaschenko hat nicht einmal geahnt, dass er nach dieser Aktion nicht mehr existieren wird. So wird das gemacht.

Deswegen sollte jeder wissen: Russland war immer für alle da. Russland schlägt immer vor: «Arbeitet mit uns zusammen und alles wird gut». Aber viele begreifen es erst dann, wenn es fast zu spät ist – wenn ihnen das Schicksal Gaddafis droht und ihren Kindern das der Kinder Gaddafis.

Und hier steht wieder eine Frage im Raum: wir haben jetzt von den ukrainischen und den weißrussischen “Eliten” gesprochen. Aber was passiert bei uns in Russland? Denn immerhin unterstützt auch ein durchaus bedeutender Teil der russischen “Elite” die faschistischen Prozesse in der Ukraine und in Weißrussland. Nehmen wir zum Beispiel die Internetseite sports.ru. Dort wird die weiß-rot-weiße Flagge als Symbol für Weißrussland verwendet. Entschuldigen Sie bitte, aber das ist direkte Nazismus-Propaganda! Wir haben ein Gesetz, das solche Propaganda verbietet. Unsere Staatsanwaltschaft ist vor Wut beinahe die Hutschnur geplatzt, als man die Fotos von der Siegesparade zeigte, auf denen zu sehen ist, wie faschistische Banner am Fuße des Kremls niedergeworfen werden. «Wie kommt ihr denn dazu? Ihr präsentiert das Hakenkreuz!» Aber hier auf dieser Sportseite sehen die Staatsanwaltschaft und der FSB weder Verrat, noch Kollaboration oder Nazismus-Propaganda – aus nächster Nähe sehen sie es nicht, sie wollen es einfach nicht sehen. Und warum ausgerechnet auf einer Sportseite? Ich habe schon oft gesagt, dass über den Sport fanatische Bewegungen geschaffen werden, die dann den Kern für einen Putschversuch gegen den Staat bilden. Das haben wir in der Ukraine gesehen und nun wird es auch in Weißrussland versucht. Soviel zu den Aktionen der Internetseite sports.ru. Wir haben auch nicht vergessen, was mit Mamajew und Kokorin passiert ist. Das alles fügt sich nahtlos aneinander. Aber warum auch immer gibt es keine entsprechende Reaktion. Wenn es darum geht Unterstützer des Staates und des Staatsoberhauptes zu unterdrücken, dann sind sowohl die Staatsanwaltschaft, als auch der FSB zur Stelle. Aber sobald es um Faschisten oder die A.U.E. geht, sind sie blind. Es muss ganz anders gearbeitet werden, um die A.U.E. schlussendlich als extremistische Organisation anzuerkennen und irgendwo jemanden zur Rede zu stellen.

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A.U.E.

Schauen Sie mal, Putin hat gesagt: «Das Umschreiben der Geschichte ist Kollaborationismus». Es handelt sich dabei eigentlich um ein Verbrechen der Nazis. Sehen Sie sich an, was die Kollaborateure in den besetzten Gebieten getan haben. Es wird die Flagge der Nazis und Nazi-Kollaborateure präsentiert, durch die ein Drittel der weißrussischen Bevölkerung vernichtet wurde. Diese Flagge ist durchweg nazistisch. Und die soll jetzt die Staatsflagge ersetzen. Das heißt, sports.ru hat gezeigt, dass es absolut ein politisches und ideologisches Instrument der Propaganda von Nazismus, Russophobie und Faschismus ist. Und wo bleibt die Reaktion seitens der Staatsanwaltschaft und des FSB?

Wenn Sie sich die Situation also anschauen, dann erkennen Sie, dass Lukaschenko gerade noch rechtzeitig erkannt hat, dass diese Leute einen verraten und verkaufen, weil sie die weiß-rot-weiße Flagge hissen. Aber warum will die “Elite” nicht mit Putin zusammenarbeiten? Aus dem Grund, weil die weißrussische “Elite” denkt, sie könne mit den Behörden der Staatssicherheit  eine Einigung erzielen. Dabei verstehen die weißrussischen “Eliten” aber nicht, dass das nur ein Instrumentarium der überstaatlichen Steuerung ist, das durch die Verbreitung der Nazismus-Propaganda die Interessen Russlands verrät.. Und ganz allgemein: eine Sportseite in ein politisches Sprachrohr für Propaganda zu verwandeln – das sagt schon viel aus.

Das ist die Situation und der Grund, warum man die Ukraine nicht mit einem «Schirm» geschützt hat.

Fonds Konzeptueller Technologien

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